Was der Journalismus braucht

In einer Zeit, da allein der Einsatz von Medien unseren Blick auf die Welt manipulieren kann, brauchen wir Gutjahrs. Wir brauchen sie, weil sie ganz alte journalistische Tugenden pflegen. Weil sie losfliegen, wenn sie an eine Story glauben. Weil sie mit Menschen reden, nicht mit Pressesprechern. Weil sie unvoreingenommen an eine Geschichte herangehen.

Das sagt zumindest Thomas Knüwer in diesem Blogpost und ich finde er hat recht damit. Und weil die obigen Sätze es so punktgenau ausdrücken, aber nicht in einen tweet passen, versuche ich es eben hier zu verbreiten.

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Interaktive Karte: Reise ins südliche Afrika

Eigentlich wollte ich nur kurz eines dieser Online-Mapping-Tools ausprobieren. Im Endeffekt bin ich vier Stunden dran sitzen geblieben und heraus gekommen ist das:

Mein erster Versuch bei interaktiven Karten – und endlich eine fertige Online-Reisereportage. Das stand schon lange auf meiner want-to-do-Liste.

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twitter: Wie nutzt man es sinnvoll?

Ein Beispiel, wie man twitter als Hilfe benutzen kann, zeigt NDR in einer Episode von ZAPP auf.

Journalisten im aktuellen Krisengebiet Bangkok nutzen twitter als Netzwerk untereinander, oder um in Kontakt zu bleiben. Auch für schnelle Infos in brenzligen Situationen war es offenbar schon hilfreich, sozusagen als eine Art interne Nachrichtenagentur für alle vor Ort.

Nicht außer Acht gelassen werden aber auch die (altbekannten) Nachteile: Was ist Info, was Gerücht? Wie das Wichtige aus dem unendlichen Echtzeitdatenstrom herausfiltern? In Bangkok hat sich ein Blogger eine Art Basisstation eingerichtet, um seine Kollegen mit den wichtigsten Informationen zu versorgen.

Den Clip von ZAPP findet ihr hier:   ZAPP – Krisenreporter in Bangkok

Es ist ein mit Flash über die Website gelegtes Video, daher konnte ich es nicht direkt in den Post einbinden. Ich empfehle aber, sich für den Klick und die drei Minuten Film Zeit zu nehmen, wenn man sich in irgendeiner Weise für neue Medien im Journalismus interessiert.

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Sehen Sie Fern, Herr Wolf? – Armin Wolf im Porträt

Sehen Sie fern, Herr Wolf?

Porträt eines Journalisten – und des Journalismus

von Caroline Mempör

Armin Wolfs journalistische Anfänge liegen bei einer Schülerzeitung und in dem nicht vorhandenen Wunsch, Journalist zu werden. Als er mit 15 an die HAK in Innsbruck kam, wollte er bei der dortigen Zeitung mitarbeiten, wurde jedoch als zu jung dafür erachtet. Das fand er „total bescheuert“ – und gründete seine eigene Zeitung. Mit der „Brennes(s)el“ verdiente er sich schnell ein gutes Taschengeld, was vor allem seinen Vater, „der im Grunde die Befürchtung hatte, seine Kinder wären nicht lebensfähig“, begeisterte.

Von da an entwickelte sich Wolfs Karriere erstaunlich parallel zum Journalismus selbst: Nach der eigenen Zeitung ging er mit 19 zum Radio, ins ORF-Landesstudio. Später kam er zum Fernsehen, dem Medium, das ihn „immer am wenigsten interessiert“ hatte. Nun wird er, wie der Journalismus insgesamt, online aktiv.

Er selbst sieht das anders: Printjournalismus habe er nie professionell betrieben und auch online sei er nicht besonders aktiv. Onlinejournalismus in diesem Sinne betreibt er tatsächlich nicht, führt „nicht einmal ein eigenes Blog“ – zu zeitaufwendig, sagt er.

Aber was heißt eigentlich Journalismus?

Es sei „das Heranschaffen, Verarbeiten und Verbreiten von Informationen“, so Wolf.

Diese Aufgaben werden von der Entwicklung im Onlinebereich zwar beeinflusst, aber die Strukturen bleiben gleich. Auch im Internet gebe es Meinungsführer, die zentrale Frage sei – wie auch bei den klassischen Medien – „Wem vertraue ich?“ Wolf sieht das Internet vor allem als eine interaktive Verbreitungsplattform. Einer der interessantesten und wichtigsten Aspekte sei dabei die Möglichkeit, ausgewählte Dinge weiter zu empfehlen. Das ist bei einer derartigen Masse an Informationen auch notwendig, womit der große Nachteil des Internets geklärt wäre: Wem das aktive Suchen nach nützlichen Informationen zu anstrengend ist, ist hier an der falschen Adresse. Hier hat die Zeitung „schon große Vorteile“, findet Wolf, „nämlich ihre Abgeschlossenheit. Jemand sagt: Das ist das, was du wissen solltest.“ Diese Orientierungsfunktion ist auch ein Pluspunkt der Fernsehnachrichtensendungen. Im TV könne man sich auch „berieseln“ lassen, was für viele ein Anreiz sei, die einen 8- oder 10-Stunden-Tag hinter sich haben, und sich nicht abends aktiv durch unzählige Onlineangebote klicken wollten.

Trotzdem hat das Internet eine extrem große Zukunft, ist Wolf überzeugt. „In fünf Jahren wird nicht auf facebook zu sein genauso ungewöhnlich sein, wie heute kein Handy zu haben.“ Das zu diesem Thema gerne proklamierte Rieplsche Gesetz, wonach kein neues Medium ein altes verdrängen könne, hält er für „völligen Holler. Das ist eine ähnlich sinnvolle Theorie, wie zu behaupten, dass die Welt eine Scheibe ist. Das ist empirisch widerlegt.“

Was Onlinejournalismus betrifft, sieht Wolf die Branche noch in den „totalen Anfängen“. Die technische Entwicklung hat allerdings schon viel verändert. Massenpublika sind für Individuen zugänglicher geworden. „Das Internet macht im Prinzip aus jedem ein mögliches Medienunternehmen.“ Allerdings: „Nicht im kommerziellen Sinn.“ Auch im Netz haben Verlage und etablierte Medienmarken den Vorteil des Leservertrauens, das sie aus der echten Welt mitnehmen können. Für Journalistenorganisationen ist die Reaktion auf die technische Entwicklung wichtig, und die besteht oft aus Personaleinsparungen. Das 4-Mann-Team im Fernsehen gibt es jetzt schon nicht mehr. Wolf ist allerdings nicht von der Effizienz des „1-Mann-Teams“ überzeugt. „Ich wäre ein Fan von zwei 2-Mann-Teams, in dem beide journalistisch und technisch arbeiten.“

Technisch sei er allerdings „ein völliger Idiot“, sagt er. Seine journalistischen Leistungen sind dafür anerkannt. In Erinnerung geblieben ist hier sicher bei vielen der Robert-Hochner-Preis, der 2006 an ihn verliehen wurde. Zu diesem Anlass hielt er eine Rede, in der er die Zustände bei seinem Arbeitgeber ORF scharf kritisierte. Obwohl, oder gerade weil er den ORF als seine journalistische Heimat sieht. Die Vorteile dort sind für ihn klar: Man habe einen Auftrag, und zwar Menschen klüger zu machen, und man müsse nicht profitorientiert arbeiten. „Die inhaltliche Konzeption ist großartig“, sagt er. Das unterstützt auch seine eigenen journalistischen Ziele:

Wie legen Sie ihre Arbeit an, was ist Ihnen wichtig?

„Unsere Aufgabe ist es, unseren Zusehern zu helfen, möglichst qualifiziert am demokratischen Diskurs teilzunehmen. Ich möchte tatsächlich so etwas wie – ganz pathetisch – politische Aufklärung machen. Das letztlich den Zusehern hilft, die Welt, aber primär die Politik, besser zu verstehen.“

Demokratie setze voraus, dass Menschen eine Idee davon hätten, was politisch vorgeht. Menschen, die den ganzen Tag im Büro oder der Fabrik verbringen, hätten nun einmal nicht die Zeit, sich darum zu kümmern, also werden Menschen dafür bezahlt komplexe Dinge verständlich zu machen. „Und das sind eben wir.“

Kann man sich einen solchen Idealismus lange erhalten?

„Ich glaube, den Idealismus kann man sich ewig erhalten. Was schwieriger ist, ist, sich die Begeisterung und den Enthusiasmus und die Leidenschaft zu erhalten.“

Diese Fähigkeit bewundert Wolf bei älteren Kollegen wie Fritz Orter oder Raimund Löw.

Er selbst ist seit über 20 Jahren als Journalist tätig – und langsam beginnen manche Geschichten, immer wiederzukehren und sich zu wiederholen, vor allem in der Innenpolitik. Kein schlechter Zeitpunkt vielleicht, um sich ein halbes Jahr lang auf Sabbatical zu begeben, sich eine Auszeit zu nehmen. Wobei, von Zeit ist bei Wolf nicht viel zu merken, er ist begabt im „prokrastinieren“, wie er sagt, das heißt: Er schiebt Dinge hinaus. Seine Masterarbeit, die er momentan schreibt, ist noch nicht so weit, wie sie sein sollte, die tägliche Verabredung mit seinem Schreibtisch steht. Trotzdem genießt er, der seit 15 Jahren nachts gearbeitet hat, „die freien Abende, die ich so nicht kannte, mit der Familie.“

Dass Armin Wolf Pause vom Beruf macht, ist eines der wenigen außerberuflichen Details, die von ihm bekannt sind. Das ist Absicht: „Privatleben heißt so, weil es mit privat anfängt. Meines ist jedenfalls nicht an Öffentlichkeit interessiert“, stellt er fest. Und: „Ich will öffentlich arbeiten, nicht öffentlich leben.“

Ist es schwer, Privates aus der Öffentlichkeit herauszuhalten?

„Mittlerweile nimmer.“

Die Medien haben sich an Wolfs Einstellung gewöhnt, Anfragen sind selten geworden. Auch wenn er das eigene Privatleben zu Hause lässt, den Exhibitionismus anderer beobachtet er oft fasziniert. „Vielleicht ist meine voyeuristische Tendenz stärker ausgeprägt, als meine exhibitionistische.“ Für einen Journalisten wahrscheinlich keine schlechte Eigenschaft.

Was er ebenfalls nicht preisgibt, ist seine politische Einstellung. Aufgewachsen in einem „ÖVP-Minifunktionärs-Elternhaus“ – seine Mutter war ÖVP-Funktionärin, sein Vater christlicher Gewerkschafter – kommt auch er früh in Kontakt mit politischen Organisationen. Mit 14 tritt er in die Union Höherer Schüler ein und bringt es bis zum Bundesvorstand. Bald findet er aber den Journalismus spannender. Ein Umstieg in die Politik ist heute für ihn nicht denkbar. Die Quereinsteiger dort hat er selbst in seiner Dissertation untersucht, und sagt, er würde an den selben Dingen scheitern, wie diese: am „Lehrlingsstatus“, den der Wahlkampfstar einer Partei später im Parlament innehat, an seiner undiplomatischen Art, und an der Tatsache, dass er sich einer Partei und ihren Zielen unterordnen müsste, auch wenn er diese nicht vollständig mittragen will. Unabhängig zu sein ist ihm wichtig. An seinem ersten Arbeitstag beim ORF, mit 19 Jahren, trat er aus der Schülerunion und der Jungen ÖVP aus

Warum?

„Weil ich das Gefühl hatte, es geht nicht, auf der einen Seite Journalismus zu machen, und auf der anderen Seite bei einer Mannschaft mitzuspielen.“

Mit seiner eigenen Branche beschäftigt er sich dafür auch öffentlich. Sein Interesse an Medien und ihrer Entwicklung ist offensichtlich groß. Dazu äußert er sich auch gerne, wie nicht nur in seiner Rede zum Hochner-Preis deutlich wird, sondern auch in einigen Videos, zum Beispiel über twitter, die auf youtube zu finden sind.

Warum sind Sie dann nicht Medienjournalist geworden?

„Das ist mir zu inzestuös.“

Er will nicht über „sich selbst“ als Journalist und seine eigene Umgebung in den Medien berichten. Die Beschäftigung damit sieht er eher als Hobby, hat aber auch schon in Satiresendungen („Die 4 da“) zum Thema mitgewirkt oder sich bei „Willkommen Österreich“ dazu geäußert. Bei diesen Gelegenheiten ist er einmal selbst Objekt der Berichterstattung. „Das ist wahnsinnig lehrreich für den eigenen Beruf.“

Nervös ist er dabei aber nicht, die Kameras sei er ja gewöhnt. Bei Radiointerviews will er zumindest das Thema – und selbstverständlich die Abwesenheit privater Fragen – vorher klären; bei Interviews für Printmedien – so auch bei diesem – ist die Autorisierung direkter Zitate abgemacht.

Seine eigenen Studiogäste haben es da meistens schwerer; Armin Wolf wurde nicht zuletzt für einen eigenwilligen Interviewstil und seine strengen Fragen bekannt. Ebenfalls auf youtube kann man zum Beispiel heute noch mit ansehen, wie er Heinz Christian Strache in den „Sommergesprächen“ 2005 aufs Glatteis führt. Die Entscheidung zu solchen Manövern ist nicht immer leicht. Es kann auch viel schief gehen, dann würde man später vielleicht einiges bereuen.

Keinesfalls bereut hat Wolf jedoch die „beste Entscheidung meines Lebens“, nämlich Außenpolitikjournalismus und ein Korrespondentenjahr in Washington, DC, zu machen.

Er erzählt dazu eine Anekdote aus seiner Kindheit. Mit 11, 12 Jahren, auf dem Heimweg von der Schule, unterhielt er sich mit einem Freund über den schönsten Ort zum Leben. Damals kamen beide zu dem Schluss, das Innsbruck die schönste Stadt der Welt sei – obwohl sie beide noch nie eine andere Stadt gesehen hatten. Auch in seiner Familie ist „keiner weit gereist“, wie er sagt. Er mittlerweile schon.

Heute sagt er über die Hauptstadt der USA, dass es „für Politikinteressierte kaum einen spannenderen Platz“ gibt. Aber auch beim Organisieren des Alltags in einem anderen Land lernt man viel dazu – zum Beispiel, dass man in den USA nicht nackt in eine Sauna gehen sollte. „Da werden Sie fast als Sittlichkeitsverbrecher verhaftet.“ Kulturelles wie dieses, und natürlich viele andere Erlebnisse, bereichern den Erfahrungsschatz – nicht nur – eines Journalisten. „Rauszugehen erweitert den Horizont unendlich.“

Das gilt auch für das Studium, das Wolf während seines Sabbaticals absolviert. Er untersucht in seiner Masterarbeit, welche Möglichkeiten es gibt, „junge Menschen dazu zu bringen, politische Information in Massenmedien zu verfolgen.“ Seine Erkenntnisse: Es funktioniert über Humor, Emotion und – über Technik. Nachrichten müssten simpel verbreit- und erzählbar sein. Wolf denkt dabei an einen Studenten, der gesagt haben soll: „Wenn eine Nachricht wichtig ist, wird sie mich finden.“ Klingt, als ob er seine Forschung auch im beruflichen Alltag wieder gebrauchen könnte – wenn die Arbeit rechtzeitig fertig wird. Am 24. März muss er sie abgeben. „Die Arbeit nervt mich total“, sagt er – obwohl das Studium selbst hochinteressant sei. Aber das Schreiben einer wissenschaftlichen Arbeit unterscheidet sich sehr von der journalistischen Herangehensweise. „Ich bin es gewohnt, komplexe Dinge, herunterzubrechen, herunterzubrechen, herunterzubrechen. Aber wissenschaftliche Arbeiten sind sehr redundant.“ Außerdem würden in der „akademischen Schreibe“ oft simple Dinge komplex ausgedrückt – echtes Kontrastprogramm in der Auszeit also.

Wolf selbst fällt zwar nicht in die Zielgruppe, die er – und viele andere – so interessiert erforschen, wenn es um Nachrichten geht. Sein Medienkonsum interessiert trotzdem.

Sehen Sie fern, Herr Wolf?

„Wenn ich fernsehe, dann die ZiB2.“

Filme sieht er lieber im Kino – da läuft niemand durchs Bild und es „lebt von der großen Leinwand.“ Ansonsten nutzt er die Zeit, die ihm neben der Masterarbeit noch bleibt, um viel zu lesen, vor allem Belletristik und Zeitungen.

Geht Ihnen die Arbeit ab?

„Nein.“

Nur an den zwei Tagen, als hintereinander das Hypo-Fiasko und die Spaltung des Kärnter BZÖ passierten, hätte er gerne moderiert und Interviews geführt: „Das wäre lustig gewesen.“

Die Zeitungen muss er aber auch im Berufsalltag lesen, was – wie auch die Onlineaktivitäten – sehr zeitraubend sei. Überhaupt ist der Journalismus nicht gerade für seine familienfreundlichen Arbeitszeiten bekannt, angeblich gibt es unter Journalisten die höchste Scheidungsrate. „Vielleicht nur ein urban myth“, vermutet Wolf, aber es stimme, dass viele Journalisten mit Journalisten zusammen oder verheiratet seien, auch in seinem Bekanntenkreis.

Woran könnte das liegen?

Am Verständnis für die Arbeitszeiten des anderen, vermutet Wolf. Generell sei es aber in jedem Beruf so, dass man seinen Partner mit hoher Wahrscheinlichkeit am Arbeitsplatz kennenlerne.

Wolf selbst ist heute zum zweiten Mal mit einer Journalistin verheiratet. Dass die Verbindung Journalist mit Journalistin oft vorkommt, könne auch daran liegen, dass jemand, der den gleichen Beruf habe, auch ähnliche Eigenschaften habe. Zum Beispiel Neugier, die alle Journalisten besitzen (sollten).

Seine Neugier ist österreichweit bekannt. Vor allem ältere Leute – also auch ein Großteil des ZiB2-Publikums – hätten Probleme mit seinen oft unangenehmen Fragen, und mit dem Unterbrechen der Gesprächspartner – das entspreche nun einmal nicht den guten Manieren. Aber das sei notwendig, findet er, solange er alle gleich unangenehm befragt.

Journalismus will nun einmal aufdecken, was die Politiker – und nicht nur die – eigentlich nicht sagen wollen.

Ein ähnliches Spannungsfeld sieht Wolf zwischen Journalismus und den PR. „Der PR-Mensch ist der natürliche Feind des Journalisten“, sagt er. Das Selbstverständnis der PR, einen „Dienst für die Journalisten“ zu erbringen, sei ein Missverständnis. Sie lieferten zwar teilweise schon „echte Informationen“ – aber eben mit dem klaren Ziel, „zu verkaufen.“ Man weiß als Journalist nicht, welche anderen, auch echten Informationen vielleicht weggelassen wurden.

Dass PR Interessen vertrete, sei zwar legitim – solange sie sich auch legitimer Methoden bedienten – aber es sei kein Journalismus. „Das Schlimmste, was ich gehört habe, war, dass PR als Unternehmensjournalismus bezeichnet wird. Aber PR und Journalismus sind zwei völlig unterschiedliche Dinge“ – die im Alltag aber schon sehr „vermanscht“ seien. Wolf sieht das Problem in den unterschiedlichen Zielen. PR wolle überzeugen und verkaufen, der Journalismus aber will aufklären und sich „der Wahrheit annähern“, sagt Wolf – und wir sind wieder bei den Idealen.

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sidenote #1

Zum Journalist werden gehört auch das Lernen der rechtlichen Rahmenbedinungen. Medien- und Kommunikationsrecht ist für mich eines der interessantesten Gebiete, mit denen man sich während des Studiums beschäftigen muss, und eines, von dem man tatsächlich viel für das Berufsleben mitnehmen kann.

Inhaltlich jedenfalls. Was Sprachstil betrifft, sollte man seine journalistische Schreibweise eher nicht an den juristischen Formulierngen orientieren:

„Gesetze wiederum können durch Verordnungen, Bescheide, Urteile usw. näher ausgeführt werden. Sie enthalten wiederum deren rechtliche Erzeugungsbedingungen, sind also diesen wiederum rechltich übergeordnet.“ (aus: Korn, Gottfried. Einführung in das Kommunikationsrecht. Zweite und erweiterte Auflage. facultas, 2009, Wien)

Für das Auseinanderklauben, welches „diese“ sich hier auf welches „wiederum“ und welches dazugehörige Sub- bzw. Objekt bezieht, braucht man unter Umständen länger als für das Lernen des eigentlichen Sachverhaltes.

Aber: Da muss man durch ;-)

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google yourself…

… and you’ll find some unexpected things.

Zum Beispiel meinen Namen als Autorin eines Artikels in der mobilen Berliner Morgenpost. Grund: Dieser Artikel über Maggi-Packerlsuppen (aufgrund des deutschen Zielpublikums im vorliegenden Artikel Tütensuppen genannt), den ich bei meinem Praktikum im September 2009 für die WELT online geschrieben habe, wurde offenbar von der Berliner Morgenpost in dieser Form übernommen.

Ich freu mich.

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Gedanken zu Google

Diesen Text habe ich vor einiger Zeit verfasst, als im Studium Suchmaschinen ein Thema waren und ich mir viele Gedanken dazu gemacht habe, was diese in meinem Beruf bedeuten. Jetzt haben Kollegen von mir (Christine, Markus, Max, Sara, Britta) sich mit Suchmaschinen beschäftigt und mit ihrer Präsentation meinen Gedankenfluss wieder angeregt. Aus diesem Anlass poste ich heute meinen Text von damals – und zwar mit kaum nennenswerten Änderungen.

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Zuerst klingt es super praktisch: Google erkennt meine Vorlieben und sortiert meine Suchergebnisse danach (und die Werbung, aber die blende ich eh schon aus). Keine zwei Googlenutzer bekommen bei der gleichen Suchanfrage auch die gleichen Ergebnisse, heißt es. Das nennt sich dann „hyperpersonalisiert“ und hört sich an, als wüsste da jemand, was gut für mich ist.

Kann ja sein, dass manche Menschen das gern haben, wenn andere das wissen – aber ich gehöre nicht dazu. Ich entscheide gerne selber, was ich sehen will; und ich mag das Gefühl nicht, dass man mir etwas vorenthält. Auch wenn ein Servicegedanke dahinter stehen sollte: Wie kommt Google dazu, zu entscheiden, was ich sehen möchte?

Es respektiert mich damit nicht als einen Menschen, der eine Entwicklung durchmacht, der ein Leben lebt, das nicht von ewig gleichförmigen Interessen durchzogen ist. Es gesteht mir keine Veränderung zu und es nimmt mir Entscheidungen ab, die es mir eigentlich zu treffen helfen sollte.

Aber meine Skepsis passt nicht in das Weltbild derer, die „das Internet“ – als ob es DAS Internet überhaupt gäbe – als Heilsbringer für die Menschheit preisen und teilweise den Eindruck machen, vom Gedanken des gefürchteten „gläsernen Menschen“ angetan zu sein.

Für diese Lobpreiser gehöre ich wahrscheinlich auch in die Kategorie jener (angehenden) Journalisten, die vor dem Internet angeblich Angst haben, weil es ihren Beruf angeblich überflüssig macht. Dabei beobachte ich das Gegenteil: opinion leader und Orientierung in der Informationsflut sind gefragt wie nie, auf twitter genauso wie bei den Nachrichtenseiten.

Ich halte das für eine positive Entwicklung. Natürlich hat auch diese Sichtweise ihre Fehler (oder, positiver: Verbesserungspotential), aber ich halte sie für eine gute Entwicklung. Das Web bietet viele Möglichkeiten, für jeden. Das ist gut so, weil „für jeden“ bedeutet, dass Menschen hinter der Verwirklichung dieser Möglichkeiten stehen.

Und wenn das Web eine Möglichkeit ist, möglichst viele Menschen an möglichst vielen Informationen teilhaben zu lassen, und damit demokratische Strukturen zu fördern – dann sollte keine aussortierende Suchmaschine das letzte Wort darüber haben, was ich sehen kann und was nicht. Information sollte keinen Filter per se haben.

Wenn ein Leser oder eine Leserin doch Orientierung benötigt oder wünscht, dann sollte er oder sie diese zwar bekommen, aber eben möglichst von einem Menschen, der an sie denkt – und ihnen ab und zu auch etwas noch nicht Bekanntes zumutet. Die Herausforderung, die damit verbunden ist, bewirkt eine Entwicklung – und die ist gut für die Demokratie. Im Gegensatz zu Scheuklappen.

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It’s been a long time… what I did in this time

Lange habe ich nicht gebloggt, aber dafür viel überlegt.

Mein ursprünglich gewählter „beat“, Medien und Technik und ihre Entwicklungen, interessiert mich immer noch – aber wie das oft ist, wenn man sich mit einem Thema intensiv beschäftigt, so hatte auch ich nach einer Zeit einen kleinen overkill. Darüber schreiben werde ich erst mal nicht mehr.

Im Endeffekt kam ich zu dem Schluss, dass dieser Blog wohl hauptsächlich ein (e-)Portfolio bleiben wird, was ja auch seinen Sinn hat. Aber eben weil er mich zeigen soll, wird es trotzdem Einträge geben, zu Dingen, über die ich mir Gedanken mache. Nur, dass das Thema dabei nicht so eingeschränkt sein wird. Außerdem wird es wohl nicht immer regelmäßig Beiträge geben, sondern nur bei guten Anlässen.

Der erste Anlass ist gleich mal meine lange Blog-Abwesenheit.

Zu diesem gibt es jetzt eine Kurzübersicht dessen, was sich in den letzten 2-3 Monaten so getan hat, und zwar im Stil des zu Zeiten des jugendlichen Präsidentenwahlkampfs so beliebten Wordraps:

  • Was im Februar geschah – Ferien. Umzug. Damit einhergehend beginnende Abneigung gegen Heimwerkermärkte. Lernstress.
  • Was im März geschah – Prüfungsstress. Prüfung verpasst aufgrund ÖBB-Zuges, der mich von Graz aus nur nach Leobersdorf brachte, statt bis nach Meidling. Wut. Beginne, Stories für gillout.com zu schreiben.
  • Was im April geschah – Osterferien, family time. Schreiben diverser Stories. Beginnende FH-Projekte. Praktikum bei der apa-Graz bekommen, freue mich schon auf Juli. Entdecke den ASUS EEE PC T91 101 MT – will haben!

Natürlich war noch viel mehr, aber wie es sich für Journalisten gehört (und Innen), sind das die wichtigsten Dinge.

In Zukunft gibt’s also hier mehr über mich und über mein Journalist-Werden (und In).

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iPad enttäuscht

Nachdem ihr schon länger nichts mehr von mir gehört habt, melde ich mich auch jetzt nur mit einem kurzen
Kommentar. Grund: Prüfungsstress.

Folgendes muss ich allerdings unbedingt loswerden, egal wie wenig Zeit ich grade habe: Das mit Hysterie erwartete iPad ist leider eine Enttäuschung geworden. Einen kritischen Review findet ihr hier (Die Presse – techbites). In diesem Artikel habe ich auch den sidefact gefunden, dass das iPad noch immer keine Flash-Seiten unterstützt – und damit meine größte Erwartung enttäuscht, nämlich das ein Tablet den Onlinejournalismus voranbringen könnte. Toll gemachte reine Onlinemagazine wie FLYP werden allerdings ein Randprodukt bleiben, wenn eigentlich trendsetzende Firmen wie Apple solche Dinge wie eine Flashunterstützung nicht einbauen. So wird es wohl leider noch länger dauern, bis kreativ gelayoutete Onlinemagazine Verbreitung finden können.

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Links: Internet gut, Internet böse, Lösung für Online-Journalismus

Lang, lang ist’s her, dass ich euch mit einigen Empfehlungen beglückt habe, aber nun soll es wieder so weit sein – und das, obwohl ich heute (wieder mal) viel zu früh aufstehen musste und mich daher ungefähr so neblig und wattig fühle, wie es dieses (Pendel)Foto hier erahnen lässt:

Frühnebel am Semmering

Wie man sieht, scheint aber auch hier ein Licht durch die Trübheit, und genauso erleuchtend sind hoffentlich die heutigen Links.

Das Internet kann gut für den Journalismus sein
In diesem Blogpost auf dem Krautsource-Blog macht sich der Autor Sorgen um die Zukunft des Journalismus, weil viele, vor allem lokale, Zeitungen sich darauf beschränken würden, sich  zumindest für den internationalen/politischen Teil zu sehr auf Agenturen zu verlassen. Er empfiehlt Journalisten, einfach den Sprung ins kalte Wasser „Internet“ zu wagen, einen Blog zu eröffnen, twitter- und facebook-Accounts zu starten, und dann zu sehen, was daraus wird – und vor allem, mehr zu schreiben.

Das Internet ist nicht die Lösung für den Journalismus
Der Autor des nicht uninteressanten Blogs Klardeutsch antwortet in einem Blogpost/Kommentar auf diese Thesen. Wichtige Aussagen: Journalisten müssen mehr und Wichtigeres können, als nur zu schreiben. Computer sind kein adäquater Ersatz für wichtige Aufgaben wie Selektion und Recherche.

Mein Fazit: Wenn Krautsource es ernst meint damit, dass sich Journalisten in der Auswahl der Themen auf Klickzahlen und Google News verlassen sollen, kann ich dem nur mit einem lauten NEIN entgegentreten. Natürlich sollen Journalisten das Internet nutzen, aber sie sollten das – meiner Meinung nach jedenfalls – nicht als Reproduktionsmaschinen tun, sondern als selbstständige Erzeuger von Content: Sie sollten mitbestimmen.

EDIT: Krautsource reagiert in diesem Blogpost auf die Reaktionen zu seinem ursprünglichen Post.

Sehenswertes Online-Produkt
Zu guter Letzt hier noch der Link zu einem Projekt, das mir von Heinz Wittenbrink näher gebracht wurde, und das mich fasziniert: FLYP. Ein, wie könnte es anders sein, amerikanisches Online-Magazin, das sehr viel mehr ist, als das Einfügen von Text in ein Websitelayout mit der Überschrift „Online-Zeitung“. Eine Flash-Website, die zeigt, wie die Zeitung/das Magazin der Zukunft aussehen könnte: Es vereint die Vertrautheit des Layouts (Stichwort Leserbindung) einer Zeitung mit der nur online möglichen Kombination von bewegtem Bild, Text und Ton, sowie interaktive Elemente. Eine angenehme Abwechslung zu den elendslangen, halbbildschirmbreiten Textspalten, die hierzulande noch als Onlinemodell gepriesen werden.

Mein Fazit: Eine angenehme Abwechslung zu den elendslangen, halbbildschirmbreiten Textspalten, die hierzulande noch als Onlinemodell gepriesen werden. Unbedingt ansehen!

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